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Der gregorianische Kalender

Im Jahre 1582 führte der reformfreudige Papst Gregor XIII die fällige Korrektur der überzähligen Tage aus dem julianischen Kalender und die Schaltjahrregelung durch. Die besten Mathematiker und Astronomen dieser Zeit prüften die ausgeklügelten astronomischen Zeitberechnungen des süditalienischen Arztes Aloisio Lilio und arbeiteten eine neue Zeitrechnung aus, die als Gregorianischer Kalender bis heute Gültigkeit hat. 10 Tage wurden aus dem Kalender gestrichen: auf den 4. Oktober 1582 folgte gleich der 15. Oktober. Die Regeln für das Schaltjahr sorgten dafür, dass das Kalenderjahr nicht mehr vom Sonnenjahr abweichen konnte: nur noch diejenigen Säkularjahre (durch 100 teilbare Jahre) sollten Schaltjahre sein, die ohne Rest durch 400 teilbar sind (1700, 1800 und 1900 sind keine Schaltjahre, wohl aber wieder das Jahr 2000). Auch diese Regelung bedeutet noch eine geringfügige Abweichung vom exakten Sonnenjahr; das gregorianische Jahr besteht aus 365.2425 Tagen. Die Differenz summiert sich aber erst in rund 3330 Jahren zu einer Abweichung von einem Tag auf.

Neben dem Sonnenkalender wurde auch der Mondkalender reformiert, welcher heute hauptsächlich noch im Termin des Osterfestes (erster Sonntag nach Vollmond nach dem Frühlingsanfang) und der anderen beweglichen Feste (Karneval, Pfingsten, etc.) bei den Christen in Erscheinung tritt.

Die katholischen Länder übernahmen diese Regelung sofort. In den evangelisch orientierten Ländern entfachte dieser "papistische" Beschluss einen Sturm der Entrüstung und einen mehrere Jahrhunderte dauernden Kalenderstreit, so dass der gregorianische Kalender in den evangelischen Staaten Deutschlands erst 1700 eingeführt wurde, in England 1752, in Schweden 1753, in Japan 1873, in Ägypten 1875, in China 1912, in der Sowjetunion 1918. In der Schweiz folgte in den protestantischen Kantonen auf den 31. Dezember 1700 der 12. Januar 1701. In einigen Gegenden erfolgte ein schrittweiser Wechsel zum neuen Kalender: zwischen 1583 und 1812 wurden einfach die Schaltjahre ausgelassen! In Griechenland rechnete man noch bis 1923, in der Türkei bis 1927 mit dem julianischen Kalender, der gegenüber dem Gregorianischen um 13 Tage zurück war.


Der 29. Februar
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