|
 |
Startseite Jahreszeitengespräche
|
 |
 |
Gesprächsrunde am 17.03.2006 |
Thema: Regionale Verkehrskonzepte Vortragender: Herr Bert von Heydebreck Teilnehmer: 25 Gäste |
|
Bewegte Bürger diskutieren über Regionales Verkehrskonzept |
|
Professionelle Verkehrsexperten hätten darüber gestaunt, wie konkret sich die 25 sachkundigen Gesprächsteilnehmer über mögliche Varianten eines möglichst allen potentiellen Verkehrsteilnehmern genügenden Verkehrskonzeptes austauschten. Dabei gab der komplexe Vortrag von Herrn von Heydebreck dem Gespräch die Struktur. Die Beiträge aus der Runde zeichneten ein deutliches Meinungsbild davon, wie die in der Region lebenden Bürger sich Alternativen zum Autoverkehr vorstellen können.
|
S-Bahn: |
Übereinstimmend wurde eine Verlängerung der S-Bahn nach Stahnsdorf begrüßt. Sowohl die Verlängerung der Teltower S-Bahn-Linie bis zur Sputendorfer Straße wie auch der Wiederaufbau der alten Friedhofsbahn bis zur Potsdamer Allee mit jeweils Park-and-Ride Haltestellen an den Endpunkten würden die Anbindung von Stahnsdorf an die Metropole Berlin wesentlich verbessern. Kritischer wurde die Verbindung dieser beiden Stränge durch das Wohngebiet zwischen Potsdamer Allee und Güterfelder Damm gesehen. Zum einen wurde mit Nachdruck der Beschluß der Gemeindevertretung verteidigt, durch eine Veränderungssperre und die Erstellung eines Bebauungsplanes die historische Linienführung und die Option zur Verknüpfung der beiden Trassen langfristig zu sichern. Auf der anderen Seite wurde darauf hingewiesen, dass es sich bei den betroffenen Grundstücken zu einem großen Anteil um Privateigentum handelt, das, wenn die Eigentümer nicht zur Veräußerung bereit sind, im Falle einer Realisierung des Ringschlusses enteignet werden müsste. Das klare „Nein“ der Bahn zum Bau einer S-Bahn-Verbindung durch Stahnsdorf drückt sich auch durch die Tatsache aus, dass die Bahn zwischen Bahnhofstraße und Friedrich-Naumann-Straße gelegene Grundstücke als Bauland an private Bauherren veräußert. Es wurde angeregt, für alle Planungssicherheit dadurch zu schaffen, dass die freizuhaltende Trasse, in die bereits jetzt schon Gebäude errichtet wurden, nicht in einer Breite von ca. 25 Metern für eine von der Bahn nicht gewollten S-Bahn-Linie ausgewiesen werden soll, sondern, etwas bescheidener aber den Umständen angemessen, z.B. als Trasse für eine Regiotram.
|
Regiotram: |
Wenn man sich von der Vorstellung einer lauten, klapperigen Straßenbahn löst und sich gedanklich auf eine leichte, wendige Variante mit niveaugleichem Ein- und Ausstieg, einer eigenen Trasse, schnellem, gleichmäßigem Antrieb, innen mit bequemen Sitzen, Platz für Fahrrad, Kinderwagen, Rollstuhl u.s.w. einlässt, dann bekommt dieses moderne Massenverkehrsmittel ein charmantes Gesicht. Denkbar ist eine Verbindung des Straßenbahnendpunktes in Potsdam kurz vor der Ortsgrenze zu Stahnsdorf entlang der Potsdamer Allee und Wilhelm-Külz-Straße durch Teltow bis zum Regionalbahnhof Teltow, der noch in diesem Jahr ans Bahnnetz angeschlossen wird. Von dort ist man dann in nur 10 Minuten in der Berliner Innenstadt.
|
Realisierbarkeit: |
Kurzfristig wäre es wünschenswert, den Anschluss von Stahnsdorf an den S-Bahnhof Teltow-Stadt zu verbessern. Etwas überraschend konnte festgestellt werden, dass es in der Runde viele bekennende Fahrradfahrer gibt, die am liebsten über einen attraktiven Fahrradweg zum S-Bahnhof fahren würden, ihr Fahrrad ohne Zusatzkosten (zur Zeit ein voller Fahrpreis) in der S-Bahn mitnähmen um vom Zielbahnhof wieder mit dem Fahrrad zu ihrem Fahrziel zu gelangen. Die S-Bahntrasse zwischen Stahnsdorf und Teltow als Fahrradweg: eine Alternative, die für die Zukunft keine unumstößlichen Fakten schafft und in einer durch permanenten Zuzug junger Familien gekennzeichneten Region eine längst überfällige Aufwertung des für die Naherholung völlig unakzeptablen Wegesystems in den Erholungsräumen südlich der stetig wachsenden Wohngebiete von Teltow und Stahnsdorf darstellt.
Verwundert zeigten sich einige Gesprächsteilnehmer, dass die Region Teltow / Kleinmachnow / Stahnsdorf als Ballungsraum bezeichnet wurde und stellten von daher die Notwendigkeit einer Regiotram in Frage. Für sie steht der dörfliche Charakter noch im Vordergrund. Welchen Weg die Entwicklung der drei Gemeinden vor den Toren Berlins nehmen wird ist natürlich völlig offen.
Technisch ist es grundsätzlich möglich, S-Bahn und Regiotram auf dem selben Gleis fahren zu lassen, so dass die Regiotram ohne weitere Zwischenstops ab dem S-Bahnhof Teltow in die Berliner Innenstadt fahren könnte. Aus Sicherheitsgründen ist so eine Doppelnutzung von Gleisanlagen zur Zeit aber noch problematisch.
|
Kosten: |
Wie nicht anders zu erwarten war, wurde die Bereitschaft für Investitionen in eine Regiotram ob nun von gemeindlicher Seite oder seitens eines potentiellen Betreibers als gering eingeschätzt. Herr von Heydebreck wies in diesem Zusammenhang jedoch auf die nicht unerheblichen Kosten hin, die der status quo mit sich bringt und die , wenngleich indirekt, auch von uns getragen werden: Kosten für Gesundheitsschädigungen durch den hohen CO2 Ausstoß der Pkws, Kosten für den Straßenausbau und in dessen Folge für Renaturierungsmaßnahmen. Nicht zu letzt ist der Verlust an allgemeiner Lebensqualität in Folge des hohen Individualverkehres auch ein Preis, den wir für die Bequemlichkeit, die er uns bietet, zu zahlen haben.
|
|
Stahnsdorf, den 18.03.2006 Dipl.-Ing. Bernd Mengelkamp |
Winter: 12.01.07, 18.00 Uhr |
Sommer: 30.06.06 14.00 Uhr |
 |
Kontakt Impressum Anmeldung |
 |
 |
 |
|